IDC-Umfrage: Servervirtualisierung in europäischen Anwenderunternehmen fest integriert
Die Ergebnisse einer neuen Umfrage von IDC belegen, dass sich virtualisierte Server im Unternehmensumfeld sehr schnell durchgesetzt haben. Anwenderunternehmen, die Virtualisierungstechnologie einsetzen, gaben 2007 bereits 35 Prozent des gesamten Serverbudgets für virtuelle Server aus; in 2008 soll dieser Anteil auf 52 Prozent steigen. 54 Prozent der befragten Anwender, die noch keine Virtualisierung nutzen, wollen dies innerhalb der nächsten 18 Monate umsetzen. Sowohl in Großunternehmen als auch in kleineren Betrieben nimmt Virtualisierung bei der IT- und Rechenzentrumsstrategie eine Schlüsselrolle ein. Nun sind die Anwender gefordert, die Möglichkeiten der Virtualisierung effektiver zu nutzen.
Mit dem IDC-Report: European Server Virtualization Survey 2008: Fast Growth and Wider Range of Applications (IDC #GE56Q, Juni 2008) werden neue und spezifische Einblicke in Trends im Bereich Server-Virtualisierung in mehreren großen europäischen Ländern vorgestellt. Die Umfrage erfolgte zum ersten Mal in 2007; im 1. Quartal 2008 wurde sie mit einer größeren Stichprobe sowie einem noch umfassenderen Fragenkatalog erneut durchgeführt.
„Seit unserer letzten Erhebung im europäischen Markt ist der Einsatzgrad von Virtualisierungstechnologie explosionsartig gestiegen,“ sagte Chris Ingle, Consulting & Research Director der Systems Group von IDC. „Sowohl im Großkundensegment als auch bei kleineren Firmen findet sie bei immer mehr Applikationen und geschäftskritischen Projekten Verwendung. Mit zunehmender Akzeptanz wird allerdings auch immer klarer, welche Herausforderungen damit insbesondere im Hinblick auf die Komplexität, die Beschaffung von Fachpersonal sowie die Softwarelizenzierung einhergehen.“
Quelle: IDC, 2008
European Server Virtualization Survey 2008: Fast Growth and Wider Range of Applications (IDC #GE56Q, Juni 2008)
Weitere Erkenntnisse aus der IDC-Studie sind:
Auch wenn Virtualisierung nach wie vor hauptsächlich für Test- und Entwicklungsumgebungen sowie für Netzwerk-Server-Applikationen zum Einsatz kommt, werden doch auch immer mehr x86-Systeme für Kernapplikationen virtualisiert. Ausgebremst wird der weitere Siegeszug vor allem durch fehlende Expertise und Qualifikationen.
Für immer mehr der befragten Unternehmen hat Virtualisierung strategische Bedeutung; dieser Anteil stieg von 46 auf 54 Prozent. Interessanterweise gilt dies vor allem für Virtualisierung als eigenständige Rechenzentrumsstrategie und weniger im Rahmen anderer Projekte. Ein Beleg dafür, dass Virtualisierung immer mehr als Standard für eine Vielzahl von Anwendungen gesehen wird!
Mit 82 Prozent Durchdringung in den befragten Unternehmen ist VMware klarer Marktführer als Virtualisierungstechnologieanbieter. Trotz des hohen Anteils an Anwendern, die mit Linux arbeiten, nutzen nur 3 Prozent der Befragten Xen als Virtualisierungs-Plattform. Microsoft kommt auf 13 Prozent Nutzungsgrad, verschiedene Unix- und Mainframe-Technologien erreichen zusammen 14 Prozent.
59 Prozent der Implementierungen umfassen weniger als vier virtuelle Maschinen (VMs) bzw. Partitionen pro physischem Container. Am stärksten konnte Virtualisierungstechnologie in den Bereichen Disaster Recovery, Backup und Verfügbarkeit zulegen; dies gilt insbesondere im Segment der kleinen und mitteständischen Unternehmen.
Die Hauptprobleme beim Einsatz von Virtualisierung ergeben sich aus einem Mangel an entsprechend qualifiziertem Personal sowie aus den Lizenzgebühren der Applikationsanbieter. 23 Prozent der befragten Unternehmen, die mit Virtualisierungstechnologie arbeiten, sagten aus, dass die Lizenzmodelle ihrer Applikationsanbieter nach wie vor nicht ihre Anforderungen adressieren; in 33 Prozent der befragten Großunternehmen schränkt dies den Einsatz von Virtualisierung ein.
Obwohl Virtualisierung als geschäftskritisches Tool gesehen wird, erfolgt in den meisten Unternehmen keine Nutzenmessung; auch die virtuelle Infrastruktur kommt nicht im selben Maß zum Einsatz wie die physische Infrastruktur.
Laut Nathaniel Martinez, Program Director, European Enterprise Servers bei IDC, haben „manche Firmen einerseits noch viele Applikationen im Einsatz, die effektiver gemanagt werden könnten“; andererseits – und das sei noch wichtiger – „hängen sie mit dem Einsatz von Applikationen, die genutzt werden müssten, hinterher. Mit Hilfe der Virtualisierung können diese Unternehmen ihr Applikations-Portfolio rationalisieren und Applikationen effektiver nutzen.“ Martinez erwartet zudem, dass mit zunehmendem Reifegrad des Marktes auch Virtualisierungsprojekte verstärkt auf den Prüfstand gestellt und gemessen werden. „Virtualisierung soll für die Infrastruktur einen höheren Mehrwert bringen“, ergänzt der IDC-Experte.“ Und Chris Ingle fügt hinzu: „Es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen, deshalb ist die richtige Technologiewahl entscheidend: Microsoft will im weiteren Verlauf des Jahres seine Marktanteile signifikant erhöhen; VMware scheint mit dem Fokus auf Business Continuity und Virtualisierungsmanagement am richtigen Platz zu sein; Citrix und die Unix-Anbieter versuchen, sich in ihren Kernmärkten zu etablieren. Und HP, IBM, Fujitsu-Siemens Computers, Dell, Sun, BMC und andere Anbieter wollen bei den Systemen und beim Management die Nase vorn haben."
Die IDC Studie kann über die lokale IDC-Niederlassung, oder über das Internet unter www.idc.com bezogen werden.
Bildhinweis:
Die Biografien von Chris Ingle und Nathaniel Martinzes finden Sie unter den nachstehenden Links:
http://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=PRF001133
http://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=PRF001377
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